Darstellung:
Die Brunnenplastik greift die bildhaften Darstellungen der Holzschnitte Albrecht Dürers zur Moralsatire Das Narrenschiff von Sebastian Brant (1497) auf.
Die 3,60 m hohe Bronzeskulptur zeigt ein Schiffchen als Metapher für die vom Untergang bedrohte Welt.
Die expressiv plastisch durchgeformten und wie in Bewegung begriffenen Figuren zeigen etwa die Vertreibung Adams und Evas aus dem Paradies, Adam und seinen Mördersohn Kain als Kind, die Allegorie der Gewalt und andere Szenen aus dem Buch Brants.
Die beiden umlaufenden Spruchbänder am Brunnen stellen als Appell gegen Umweltzerstörung, Krieg und Gewalt einen Bezug zur Gegenwart her.
Geschichte:
Die Brunnenskulptur entstand 1984–87 und wurde 1987 anlässlich einer Kunstausstellung in Nürnberg gezeigt. Der Mäzen Kurt Klutentreter (1910–2000) ermöglichte den Ankauf. Am heutigen Standort wurde die Skulptur trocken aufgestellt.
1990 gab es Bestrebungen, die Skulptur im Sinne des Künstlers („das Schiff hätte wie eine Brunnenschale überlaufen und aus den Galionsfiguren, der Krähe und dem Weinglas hätte Wasser sprudeln sollen“) als Brunnen zu vervollständigen.
Die Übernahme der mit 300.000 DM veranschlagten Kosten hatte Klutentreter zugesagt. Der Kulturausschuss des Stadtrates lehnte, beraten durch den Beirat für Bildende Kunst, die Spende und die Fertigstellung des Brunnens leider ab.
Quellen:
Kurt Klutentreter: Rund um das Narrenschiff. Erinnerungen eines etablierten 77 Jahre alten Nürnberger „Trottels“. Fast ein Roman. Papyrus, Nürnberg 1988, 416 S.
Jürgen Weber: Das Narrenschiff. Kunst ohne Kompass. Autobiographie, Universitas Verlag, München 1994, 480 S.
Wikipedia: https://de.wikipedia.org/
wiki/Narrenschiffbrunnen_
(Nürnberg)