Darstellung:
In der unteren Reihe sitzen die Philosophie und die Sieben Freien Künste:
Pythagoras vertritt die Musik (Hirtenflöte - Syrinx), Euklid die Geometrie (Winkel und Zange), Ptolemäus die Astronomie (Sextant), Nikomachos das Rechnen (Rechentabelle), Aristoteles stellt die Dialektik dar (Tasche), Cicero ist Symbol für die Redekunst (Schnallentasche), Donatus steht symbolisch für die Grammatik (unterrichtet einen Knaben) und Sokrates sitzt dabei, um die Zahl acht vollzumachen (hält ein Buch).
In der zweiten Ebene sind die 4 Evangelisten (Markus, Matthäus, Lukas und Johannes) und die 4 lateinischen Kirchenväter (Ambrosius, Hieronymus, Augustinus und Gregorius) dargestellt.
In der dritten Reihe stehen 16 Herrschergestalten, die die Einheit der Menschheit andeuten.
Diese sind:
Die 7 Kurfürsten: Die Erzbischöfe von Trier, Mainz und Köln, der Pfalzgraf bei Rhein, der Herzog von Sachsen, der Markgraf von Brandenburg und der König von Böhmen.
Die 9 Helden: drei Helden der Antike (Hektor von Troja, Alexander der Große, Julius Caesar), drei Helden des Alten Testaments (Josua, Judas Makkabäus und König David) und drei Helden des Abendlandes (König Artus, Karl der Große, Gottfried von Bouillon).
Oben auf der Brunnensäule stehen Moses und 7 alttestamentliche Propheten (Hosea, Daniel, Jeremias, Hesekiel, Amos, Jesaia und Joel).
Die 7 Kurfürsten sind auch beim Männleinlaufen auf dem Turm der Frauenkirche am Hauptmarkt verewigt.
Zu Füßen der Herrschergestalten sollen die Fratzen der Hauptfeinde Nürnbergs zu sehen sein, unter anderem die Raubritter Eppelein von Gailingen und Hans Schüttensamen.
Das kunstvoll geschmiedete Eisengitter fertigte Paulus Kuhn aus Augsburg im Jahre 1586/87.
In zwei der acht Gitter sich nahtlose, drehbare Ringe (ein Eisenring und ein Messingring) eingearbeitet, die noch heute von vielen Einheimischen und auch Touristen gesucht und gedreht werden.
Einer der Ringe gilt als Glücksbringer, wer daran dreht soll seinen Kinderwunsch erfüllt bekommen.
Geschichte:
In seiner heute bekannten Form wurde der Schöne Brunnen 1385 bis 1396 erbaut, zählt zu den ältesten Röhrenbrunnen der Stadt Nürnberg und besitzt einen eigenen Zufluss, die sogenannte Schönbrunnleitung.
Die Säule des Schönen Brunnen wächst wie eine gotische Kirchturmspitze aus einer 8-eckigen Brunnenschale, verjüngt sich über drei Stufen bis zur Kreuzblume und ragt ca. 19 m in die Höhe.
Der Schöne Brunnen wurde aus Schilfsandstein gebaut und steht am ursprünglich vorgesehenen Standort. Der Brunnen war Teil der Neuanlage des an dieser Stelle ehemals bestehenden Judenviertels.
Im Laufe der Geschichte wurde der Schöne Brunnen mehrere Male restauriert.
In den Jahren 1897 bis 1903 wurde der Brunnen komplett neu errichtet, da der bisher verwendete Sandstein fast völlig verwittert war.
Der heutige Brunnen ist eine Nachbildung in Muschelkalk aus Krensheim. Fragmente des verwitterten Originals befinden sich im Germanischen Nationalmuseum.
Quellen:
Wikipedie: https://de.wikipedia.org/
wiki/Schöner_Brunnen_(Nürnberg)
bayern-online.de: https://bayern-online.de/nuernberg/erleben/
sehenswuerdigkeiten/brunnen/
schoener-brunnen/